Mandat

Rund 1 Jahr vor Inkrafttreten des ESUG leitete im März 2011 der traditionsreichen Gebäckhersteller Freudenberg aus Großröhrsdorf (Sachsen) ein Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung ein. Das Dresdner Insolvenzgericht bestellte Rechtsanwalt Ralf Hage als Sachwalter. Er begleitete in enger Abstimmung mit dem Sanierungsgeschäftsführer die Fortführung des Unternehmens. Nach ergebnisoffener Diskussion aller Sanierungsvarianten gelang zum 01.01.2013 eine übertragene Sanierung, bei der sämtliche 56 Arbeitsplätze am Produktionsstandort in Ostsachsen erhalten werden konnten.

Die Ausgangssituation

Das 1896 als Familienbetrieb gegründete Unternehmen erwirtschaftete zuletzt am neuen Produktionsstandort in Großröhrsdorf mit 56 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von über 5 Mio. €. Im Rahmen der Errichtung der neuen Produktionsstätte und damit verbundener Folgeprobleme war das Unternahmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Der Hauptgesellschafter und größter Kunde, die Firma Gruyters aus Krefeld, hatte nach diversen erfolglosen Maßnahmen letztlich einen Sanierungsgeschäftsführer bestellt, dem jedoch nur der Gang zum Insolvenzgericht übrig blieb. Im Rahmen eines geordneten Verfahrens sollte das operative Geschäft stabilisiert, die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet und – so der damalige Plan – eine Produktionsverlagerung nach Großröhrsdorf erfolgen.

Neuausrichtung und Sanierung

Die im Antragsverfahren begonnenen Verhandlungen mit Kunden und Lieferanten wurden nach Verfahrenseröffnung vom Sanierungsgeschäftsführer und dem als Sachwalter eingesetzten Rechtsanwalt Hage fortgesetzt. Durch die getroffenen Sondervereinbarungen und Umstrukturierungen konnte das operative Geschäft rasch stabilisiert und letztlich über fast 2 Jahre fortgeführt werden. Die Alternative einer sanierenden Übertragung wurde währenddessen parallel zum ursprünglich angedachten Insolvenzplan geprüft und verhandelt. Dabei wurden verschiedenste Szenarien – mit und ohne Einbeziehung des Hauptkunden – diskutiert. Letztlich wurde das Unternehmen zum 01.01.2013 an eine Tochtergesellschaft der Firma Coppenrath aus Geste/Emslandkreis in Niedersachsen veräußert. Kernstück des Verkaufs war neben dem Erwerb der Produktionsstätte auch eine Beschäftigungsgarantie für sämtliche Mitarbeiter. Letztlich gelang mit der sanierenden Übertragung auch eine Neuausrichtung der Produktion und ein Verlassen der Abhängigkeit vom früheren Hauptkunden.


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