Die Stahl- und Brückenbau Niesky GmbH hat am 02.10.2019 Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Dresden angemeldet. Aufgrund fehlender Liquidität in Folge außergewöhnlich hoher Außenstände aus zahlreichen Aufträgen mit hauptsächlich öffentlichen Auftraggebern, sah sich die Geschäftsführung hierzu im Interesse einer nachhaltigen Sanierung des Unternehmens und Erhalt der rund 115 Arbeitsplätze gezwungen.

Das 1835 gegründete Traditionsunternehmen ist als eine der wenigen deutschen Firmen auf die Errichtung großer Brücken spezialisiert. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, jedoch kam es in den letzten Jahren immer häufiger zu Streitigkeiten vor allem mit öffentlichen Auftraggebern über die Bezahlung von Auf- und Nachträgen. Die streitigen Forderungen haben dabei eine Größenordnung erreicht, die die erforderliche Liquidität stark gefährdet.

Gemeinsam mit dem Sanierungsexperten Rechtsanwalt Dr. Jörg Gollnick von der Kanzlei HWD Rechtsanwälte aus Köln musste die Geschäftsführung schweren Herzens den Weg zum Amtsgericht antreten. Auf diese Weise können die Löhne der Mitarbeiter für die nächsten Monate abgesichert werden. Das Amtsgericht Dresden genehmigte die beantragte Eigenverwaltung, in der die Geschäftsführung weiter im Amt bleibt und die Geschicke der Gesellschaft lenkt. Als vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht den Dresdner Rechtsanwalt Ralf Hage von der Kanzlei Voigt Salus, der das Unternehmen begleitet und die Einhaltung der insolvenzrechtlichen Vorschriften überwacht.

Der Gesellschafter des Unternehmens, die DFA Industriemontage GmbH aus Meerane unterstützt den eingeschlagenen Weg auf der Suche nach einem Investor oder Kooperationspartner. Aufgrund der guten Auftragslage, der gut ausgebildeten Mitarbeiter und deren jahrelang aufgebauten Know-Hows sowie der Fertigungsmöglichkeiten am Firmenstandort in Niesky sind die Beteiligten optimistisch, dass eine Sanierung des Unternehmens gelingen kann. Konkrete Ergebnisse werden jedoch erst die Gespräche in den nächsten Wochen zeigen.


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