Die AGRAVIS-Tochtergesellschaft NewTec GmbH übernimmt zum 1. Oktober die Standorte in Grimma, Lichtenau und Schmölln der insolventen OTEMA-Gruppe mit 64 Arbeitsplätzen. Dies teilte am Montag der Insolvenzverwalter, Joachim Voigt-Salus den Arbeitnehmern auf Belegschaftsversammlungen mit. Er habe dazu am Wochenende den Unternehmenskaufvertrag vereinbart. Formal müsse der Übertragung noch das Kartellamt zustimmen. Sowohl der Insolvenzverwalter als auch die Geschäftsführung von NewTec haben keine Bedenken, dass diese Zustimmung rechtzeitig erteilt werde.

Dem Abschluss des Kaufvertrages gingen monatelange Verhandlungen voraus, die Voigt-Salus „als zum Teil sehr schwierig“ bezeichnete. Das Konzept von NewTec habe den Gläubigerausschuss und ihn von Beginn an überzeugt.

Er sei deshalb froh, dass er mit NewTec als der wirtschaftlich stärkste Interessent schließlich die Übereinkunft habe herstellen können.

Die NewTec GmbH gehört zu dem in Münster und Hannover ansässigen AGRAVIS-Konzern, der ein Agrarhandels-und Dienstleistungsunternehmen mit rund 7,4 Milliarden Euro Umsatz und 6.100 Mitarbeitern ist. Die geschäftlichen Schwerpunkte der AGRAVIS Raiffeisen AG liegen in den Agrarsparten Getreide, Ölsaaten sowie Futtermittel, Düngemittel, Pflanzenschutz und Saatgut. Bedeutende Aktivitäten bestehen zudem in den Bereichen Agrartechnik und Energie.

Die Insolvenzverfahren über die drei operativ tätigen Gesellschaften der OTEMA-Gruppe hatte das Amtsgericht Leipzig am 31. Juli 2015 eröffnet. Am gleichen Tag konnte Voigt-Salus als Verwalter bereits den zuvor mit dem Eigenverwalter eng abgestimmten Unternehmenskaufvertrag über den Standort der Gruppe bei Bad Dürrenberg unterzeichnen. Die Holfelder-Gruppe betreibt seitdem die dortige Nutzfahrzeug-Sparte, zu der auch eine Werkstatt in Grimma gehört. Alle knapp 30 Arbeitsplätze dieses Standortes waren damit bereits übergegangen.

Die anderen Standorte in Grimma, Schmölln und Lichtenau führte der Verwalter seitdem fort. Er danke den Arbeitnehmern und Kunden, denn ohne deren Mitwirkungen, Unterstützung und Treue hätte er diesen Erfolg nicht erzielen können.

Die OTEMA-Gruppe erwirtschaftete im letzten Jahr noch 94 Mio € Umsatz und gehörte damit zu den großen Landmaschinen-Händlern in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ein Engagement in Bayern stellte sich jedoch als nicht rentierlich heraus und war die wesentliche Ursache der wirtschaftlichen Talfahrt, stellte Voigt-Salus fest.

Die während des insolvenzrechtlichen Vorverfahrens über Einschaltung von den hww-Unternehmensberatern organisierte Eigenverwaltung endete mit Eröffnung des Verfahrens. Voigt-Salus hatte die Beratungsverträge mit den Managern von hww weitergeführt. Voigt-Salus danke insbesondere Dr. Stefan Weniger von hww für die Unterstützung und stellte fest, dass "ohne dessen Mitwirkung die Lösungen zur Fortführung und der Unternehmensübertragung angesichts der gro-ßen Defizite, die das Unternehmen aufweist, ganz bestimmt noch nicht so gelungen wären. Voigt-Salus war während dieses Vorverfahrens als Sachwalter tätig

Die  Leipziger Volkszeitung und die Freie Presse berichteten.

 


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